Was ist Neurodivergenz?

Neurodivergenz bezeichnet die natürliche Vielfalt neurologischer Entwicklungs- und Denkweisen. Der Begriff beschreibt Zustände, in denen das Gehirn anders funktioniert als bei der sogenannten „neurotypischen“ Mehrheit.

Besonders im Zusammenhang mit ADHS, Autismus und Hochsensibilität wird er in sozialen Netzwerken häufig verwendet, umfasst jedoch streng genommen deutlich mehr.

Neurodivergenz beschreibt die „Abweichung“ der Hirnchemie einer einzelnen Person vom gesellschaftlich angenommenen Neurotyp, also dem „Normal“. Daher bezeichnen sich viele Menschen mit ADHS, Autismus oder Hochsensibilität selbst als „neurodivergent“.

Häufig als Kernbereiche definiert: 

  • Autismus-Spektrum-Störungen (ASS)
  • Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
  • Hochsensibilität
  • Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Schwäche)
  • Dyskalkulie
  • Dyspraxie

Oft mitgemeint, je nach Defintion: 

  • Hochsensibilität
  • Tourette-Syndrom
  • Zwangsstörungen (OCD)
  • Angststörungen
  • und viele weitere neurologische und psychische Unterschiede

In der Arbeit mit neurodivergenten Menschen nutze ich gern das Bild der Hummel, um Besonderheiten im Gehirn zu verdeutlichen. Es hilft, Herausforderungen der Neurodivergenz zu externalisieren und nicht mit dem eigenen Selbstwert zu verbinden. Der Ausdruck „Du hast Hummeln im Hintern!“ hat mich zu diesem Bild inspiriert.

Neurodiversität beschreibt die natürliche Vielfalt der Denk- und Wahrnehmungsweisen bei Menschen. Unterschiedliche neurologische Merkmale wie Autismus oder ADHS sind keine Störungen, sondern normale Varianten der Gehirnfunktion. Der Begriff betont, dass diese Vielfalt wertvoll ist und zur Bereicherung der Gesellschaft beiträgt.

Neurodiversität beschreibt dabei die Vielfalt der Gesellschaft selbst und damit, im Unterschied zu Neurodivergenz, nicht nur eine einzelne Person, sondern uns alle als Menschheit. 

Nein!

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen zwei Bereichen, die in sozialen Netzwerken oft vermischt werden.

Einerseits die klinische Evidenz: also zuverlässige Studien und daraus abgeleitete Diagnosekriterien, wie sie in der ICD-11 für ADHS, ASS etc. festgelegt sind.

Andererseits die empirische Evidenz von Menschen im Kontext von Neurodivergenz, die in sozialen Medien häufig präsenter ist. Diese ist ebenso gültig, wichtig und relevant wie die klinische Evidenz und unerlässlich für ein ganzheitliches Verständnis der Herausforderungen.

Beide Evidenzformen sind gleichwertig, unterscheiden sich jedoch in ihrer Allgemeingültigkeit.

Die klinische Evidenz definiert allgemeingültige Gemeinsamkeiten. Die emprische Evidenz der neurodivergenten Personen definiert ihre individuellen Facetten. 

Beide sind wichtig, doch sollten nicht gleichgesetzt werden. 

Nein, haben wir nicht und ja, es sollte normal sein das es das gibt! 

Leider ist das System in dem wir leben nicht für die Neurodiversität der Menschen ausgelegt. 

Das spüren neurodivergente Menschen an sehr vielen Stellen und das kann den Alltag sehr stark belasten. 

Psychosoziale Beratung ist eine unterstützende Form der Beratung, die Menschen in belastenden Lebenssituationen hilft, ihre psychische und soziale Lage zu verstehen und zu verbessern.

Es ist eine Form der Beratung, die Menschen nicht isoliert betrachtet, sondern im Kontext ihrer sozialen Beziehungen und Lebenssysteme, wie Familie, Arbeit oder Freundeskreis.

Zu allererst lernen wir uns bei einem kostenlosen Erstgespräch kennen. Dann finden wir einen gemeinsamen Termin und starten in die Beratung. Wie oft, wie lange und in welcher Konstellation (Einzel, Paar, Familie … ) besprechen wir ganz individuell, so wie es zu dir und deinem Leben passt! 

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